Der Schutz unserer Gewässer
Die Wasserqualität vieler Seen und Flüsse in Deutschland hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. In vielen Gewässern hat die Artenvielfalt merklich zugenommen und sie können heute wieder zum Baden genutzt werden. Dieser Erfolg ist weit gehend auf die Anstrengungen der Wasserversorger und Abwasserentsorger in Deutschland zurückzuführen, die sich in den vergangenen Jahren mit Nachdruck für den vorbeugenden Gewässerschutz eingesetzt haben. Trotzdem sind weitere Schritte für einen nachhaltigen Gewässerschutz notwendig. Die Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland setzen sich daher ausdrücklich für eine konsequente Durchsetzung des Verursacherprinzips ein – europaweit. Wer Wasser verschmutzt, soll für dessen Reinigung verantwortlich sein und für die Kosten aufkommen.
Wasserschutzgebiete schützen unsere Ressourcen
Um "unsere" Wasserressourcen in besonderer Weise vor Verschmutzungen zu schützen, sind die Anlagen zur Trinkwassergewinnung wie zum Beispiel Brunnen von einem Wasserschutzgebiet umgeben. In diesem amtlich festgelegten Gebiet sind alle Aktivitäten, die das Grundwasser gefährden könnten, verboten. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nur unter Auflagen erlaubt. Die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften wird überwacht und die Nichteinhaltung geahndet.
Nitratbelastung erfordert weitere Anstrengungen
In einigen Regionen Deutschlands ist die Situation bei der Nitratbelastung des Grundwassers nach wie vor unbefriedigend. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es nicht selten Jahrzehnte dauert, bis das Nitrat im Grundwasser ankommt. Erhöhte Nitratwerte haben also oft ihre Ursache in einer Zeit, da der Grundwasserschutz noch keinen so hohen Stellenwert genoss wie heute.
In diesem Bereich wurden in den zurückliegenden Jahren ebenfalls beachtliche Anstrengungen unternommen und Erfolge erzielt. Zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen unterhalten engen Kontakt zu den ortsansässigen Landwirten. Zum Teil wurden Arbeitskreise mit dem Ziel gegründet, den Einsatz von Dünge- und Spritzmitteln zu optimieren. Mit der Entwicklung angepasster Düngestrategien lässt sich der Eintrag von Nitrat ins Grundwasser minimieren.
Um den Nitrateintrag aus defekten Kanälen zu reduzieren, haben die Wasserversorgungsunternehmen den Kontakt mit den Kommunen gesucht und auf eine Sanierung gedrungen.
Nitrat besteht aus Stickstoff und Sauerstoff. Es handelt sich um einen natürlichen Stoff, der unter anderem im Boden vorkommt und den Pflanzen als Nahrung dient. Beim Wachsen entziehen die Pflanzen dem Boden Nitrat, die Verluste gleicht der Landwirt durch Düngung aus.
Nitrat findet man nicht nur im Wasser, sondern auch in vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Es ist selbst nicht giftig, erst durch eine Umwandlung in Nitrit und Nitrosamine kann es die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Der Umbau von Nitrat zu Nitrit erfolgt in der Regel im Magen-Darm-Trakt durch dort angesiedelte Bakterien. Damit Nitrosamine entstehen ist die gleichzeitige Anwesenheit von Aminen erforderlich, wie sie zum Beispiel in eiweißhaltigen Lebensmitteln enthalten sind. Um die Verbraucher zu schützen, hat der Gesetzgeber für Nitrat im Trinkwasser einen strengen Grenzwert festgelegt.
Mit Erfolg: Die tägliche Aufnahme von Nitrat über das Trinkwasser ist gering, den allergrößten Teil nimmt der Mensch über pflanzliche Lebensmittel zu sich.