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BGW - Bundesverband der Gas- und                     
Wasserwirtschaft
Sinnvoller Umgang mit Wasser

Wasser möglichst wenig verschmutzen

Die Agenda 21 ordnet das Wasser den Kreislaufressourcen zu. Sie grenzt es damit deutlich von den nicht erneuerbaren Ressourcen ab, bei denen eine möglichst restriktive Nutzung geboten ist. Wasser ist kein begrenzter Rohstoff wie beispielsweise Kohle oder Erdöl. Im Wasserkreislauf kehrt es immer wieder zu uns zurück. In einem wasserreichen Land wie Deutschland ist bei einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung die Notwendigkeit des Wassersparens zu überprüfen. Wir können das gesparte Wasser nicht auf ein Bankkonto einzahlen und dort für "schlechte Zeiten" aufbewahren. Schwerpunkt ist, die Umweltressource Wasser möglichst wenig zu belasten.

 

Niedrigster Wasserbedarf in der EU

Der rationelle Umgang mit Trinkwasser ist in Deutschland heute selbstverständlich. Dies belegt die Entkopplung von Wirtschaftsentwicklung und Wassernutzung: Trotz steigender Industrieproduktion war der Wassergebrauch in den letzten Jahrzehnten deutlich rückläufig. Der persönliche Trinkwassergebrauch ist in den neunziger Jahren ebenfalls stark zurückgegangen – trotz vielfältiger Nutzung im Haushalt und gewachsener Komfortansprüche. Mit knapp 124 Litern pro Person und Tag für Haushalte und Kleingewerbe hat Deutschland gemeinsam mit Belgien den niedrigsten Wasserbedarf in der Europäischen Union.

 

Wassersparen hat Grenzen

Etwa 80 bis 90 Prozent der Kosten eines Wasserversorgungsunternehmens sind mengenunabhängige Fixkosten, dazu gehören unter anderem Aufwendungen für das Rohrleitungsnetz. Sinkt also der allgemeine Wassergebrauch, werden die anfallenden festen Kosten auf eine kleinere Zahl von Kubikmetern umgelegt.
Eine weitere Reduzierung des häuslichen Wassergebrauches ist zwar denkbar, jedoch nicht in jedem Fall vorteilhaft. So muss zum Beispiel das Trinkwassernetz immer eine Wasserströmung aufweisen, denn längere Standzeiten könnten die Trinkwasserqualität auch hygienisch beeinträchtigen. Das zwingt die Wasserversorgungsunternehmen zum Handeln: Sie müssen das Leitungsnetz häufiger spülen, selbstverständlich mit Trinkwasser. Zu einer tatsächlichen Trinkwassereinsparung kommt es nicht, und Kosten für zusätzliche Sicherungs- und Reinigungsmaßnahmen entstehen. 

Zum Verschwenden zu schade

Die folgenden Tipps helfen, unnötige Wasserverluste zu vermeiden ohne Einbußen bei Hygiene und Komfort.

  • Wechseln Sie defekte Dichtungen an Wasserhähnen und Toilettenspülkästen aus. Der stets tropfende Hahn oder eine Toilette, die nicht "dicht hält", können so viel Wasser "gebrauchen" wie eine vierköpfige Familie.
  • Beim Zähneputzen, Rasieren und Händewaschen den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen.
  • Achten Sie beim Neukauf einer Waschmaschine auf den Wassergebrauch. Sparsame Modelle kommen mit rund 40-50 Litern Wasser je Waschgang aus.
  • Das Gleiche gilt für den Kauf einer Geschirrspülmaschine. Der Wassergebrauch für zwölf komplette Gedecke sollte zwischen 12-15 Litern liegen.
  • Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur voll beladen anstellen, auf die Vorwäsche beziehungsweise das Vorspülen kann häufig verzichtet werden.
  • Wassersparende Duschbrausen und Durchflussbegrenzer an einer Entnahmestelle können dort den Wassergebrauch reduzieren. Sie werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Achtung: Bei Durchlauferhitzern und drucklosen Wasserspeichern dürfen Durchflussbegrenzer nicht eingesetzt werden, um Störungen an den Geräten zu vermeiden.
  • Sparsame Spülkästen für das WC benötigen heute nur noch sechs Liter Wasser und sind mit einer Spartaste ausgestattet, die eine Wasserunterbrechung ermöglicht. Das Toilettenbecken muss jedoch an die verringerte Wassermenge angepasst sein, sonst wird es nicht mehr richtig ausgespült. Der Fachhandel hilft gerne weiter.

 

Fragwürdig: Regenwassernutzung im Haushalt

Regenwassernutzungsanlagen werden oft mit dem Argument gekauft, man wolle die Ausgaben für das Trinkwasser senken und durch die eingesparten Wasserkosten auf Dauer einen Gewinn erzielen. Die Käufer unterschätzen bei diesen Überlegungen häufig den Preis für eine vernünftig konzipierte Anlage sowie den laufenden Aufwand, zum Beispiel für die Wartung. Zahlreiche unabhängige Untersuchungen belegen: Der Einbau einer Regenwassernutzungsanlage ist fast immer ein wirtschaftliches Zuschussgeschäft.

 

Technische und rechtliche Vorschriften

Wenn Sie sich für die Nutzung von Regenwasser entscheiden, müssen Sie eine dauerhafte und strikte Trennung von Trink- und Regenwassernetz gewährleisten. Sonst sind die Qualität Ihres Trinkwassers und damit Ihre Gesundheit gefährdet. Der Verbraucher bzw. der Hauseigentümer steht hier für die Qualität des Wassers in der Verantwortung. Beim Einbau einer entsprechenden Anlage sind zahlreiche Vorschriften zu beachten. Eine Regenwassernutzungsanlage ist daher vom qualifizierten Handwerk einzubauen. Die Anlage ist vor Inbetriebnahme dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Das gilt seit dem Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung am 1. Januar 2003 ebenfalls für bestehende Regenwassernutzungsanlagen.

 

Dachablaufwasser ist kein Regenwasser

Das in der Regenwasserzisterne gesammelte Wasser wird in der Fachliteratur häufig als Dachablaufwasser bezeichnet. Dies weist darauf hin, dass es sich in seiner Zusammensetzung deutlich vom Regenwasser unterscheidet. Auf seinem Weg in die Zisterne kann das Wasser von den Dachflächen zahlreiche Verunreinigungen lösen: Schwermetalle sowie Bakterien und Krankheitserreger.

 

In Ordnung: Regenwasser für die Gartenbewässerung

Zur Bewässerung von Garten- und Balkonpflanzen gibt es nichts Besseres als Regenwasser – da sind sich alle Experten einig. Fangen Sie das Wasser in einer Regentonne auf. Bei einigen Dachmaterialien, etwa Bitumen und Metall, sollten Sie das gesammelte Regenwasser jedoch nicht für die Gemüsebewässerung verwenden.

 

Regenwasserversickerung – die ökologisch sinnvolle Alternative

Wer den Wasserhaushalt positiv beeinflussen und den natürlichen Wasserkreislauf unterstützen möchte, sollte das ablaufende Regenwasser im Garten versickern lassen und nicht in den Kanal ableiten. Bei der Regenwasserversickerung ist so die Grundwasserneubildung gewährleistet.

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